Montag, 24. August 2015

Literarische Rezepte, Teil 1: Heinz von Wilks Chiemsee-Krimis - Tagliatelle mit Steinpilzen

Der im Chiemgau lebende Autor Heinz von Wilk hat schon einiges gemacht in seinem Leben: er war Berufsmusiker, Immobilienmakler in Spanien und führte erfolgreich eine Künstleragentur. 2011 - zurück in seiner Heimat - schrieb er sein erstes Buch "Chiemsee-Jazz", außerdem einen Band mit Kurzgeschichten. Auf Chiemsse-Jazz folgten "Chiemsee-Cowboys" und "Chiemsee-Verschwörung". In den "Stocker-Krimis" geht es um einen, ja, wie soll man sagen, etwas lädierten Helden, der nach abenteuerlichen Jahren in Spanien eine Kneipe namens "Endstation" am Chiemsee eröffnet. Jeden Mittwoch wird gejammt, immer mit von der Partie sind die Bedienung Nellie, die nie ein Blatt vor den Mund nimmt und schon am späten Vormittag mit Gin Tonics anfängt, und Zeno, ein ehemaliger Kriminaler, der sich kreative Rezepte ausdenkt und auch nur seine Ruhe haben will.

Aber natürlich kommt es anders, und sie werden immer wieder in mysteriöse Fälle mit hinein gezogen. Dabei spielt ein Kommissar namens Zuckerhahn, der dem verstorbenen Schauspieler Walter Sedlmayr auf's Haar gleicht, eine wichtige Rolle. In Band 2 tritt übrigens Dackel Josef zum ersten Mal auf und wird ein wichtiges Mitglied des Teams.

Das Ganze ist sehr amüsant geschrieben, oft ganz und gar nicht politisch korrekt und mit viel Lokalkolorit versehen. Ich mag die eingestreuten Rezepte sehr, und das schmeckt auch alles... Das folgende Rezept stammt aus dem dritten Band "Chiemsee-Verschwörung".

Tagliatelle mit Steinpilzen (für 4 P.)


 


Und das braucht man:

400 g frische Steinpilze, gesäubert und in nicht zu dünne Scheiben geschnitten
1 kleine Zwiebel und 2 Knoblauchzehen, klein geschnitten
1 Bund Petersilie, klein gehackt
300 g Tagliatelle (bei mit auf dem Foto ist es die dünnere Version Tagliolini), bissfest gekocht
etwas Zitronensaft, Butter zum anbraten, Weißwein, Pilzfond und Sahne

Und so geht's (so frei Schnauze wie im Buch):

Knoblauch und Zwiebel in Butter anschwitzen, die Pilze dazu geben und mit anschwitzen, ein paar Minuten. Mit einem kräftigen Schluck Weißwein ablöschen, mit etwas Pilzfond und Sahne auffüllen und 5 Minuten köcheln lassen. Die Hälfte der Petersilie und einen Spritzer Zitrone unterrühren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Nudeln unterhebenund servieren, restliche Petersilie darüber streuen.

Bon appétit!


Montag, 17. August 2015

Dietmars Schnellrezepte Teil 5: Variation von Fleisch und Gemüse



Fast müsste ich diese Serie "Dietmars Lenden-Rezepte" nennen, denn er scheint ein Faible für schnelles Rind zu haben... 



Und hier das Rezept:

Den tiefgekühlten Blumenkohl zusammen mit einem in kleine Scheiben geschnittenen Kornapfel bissfest dünsten, nur mit Muskat würzen.
Das Stück Rinderlende einseitig salzen, anderweitig mit Olivenöl bestreichen, beidseitig bei milder Temperatur in einer Edelstahlpfanne ohne Fett anbraten (1/3 des Max.-Wertes), bis es braun ist.
Dann mit 3 Esslöffel Roséwein in der Pfanne ablöschen, Deckel auf die Pfanne und diese 5 Minuten in den auf 80° vorgeheizten Backofen stellen.
So zieht das Fleisch schön durch und wird ganz blassrosa.
Auf dem Teller angerichtet kommt noch etwas getrockneter Lavendel auf’s Fleisch, der dem Ganzen eine provencalische Schärfe verleiht.

Bon appétit!

Donnerstag, 13. August 2015

Tiroler Spinat-Feta-Knödel - ein Rezept von Laura Winkler

Heute kocht Laura Winkler von der Berliner Band "Holler My Dear"... Aus der zweiten Ausgabe von Silberhorn. Die dritte Ausgabe zum Thema Kulinarik ist so gut wie fertig und wartet bald am Kiosk auf euch!


Freitag, 31. Juli 2015

Kambodschanisches Rinder-Beef Lok Lak - von Hemsley & Hemsley

Vor kurzem habe ich mir das Kochbuch der schönen Hemsley-Schwestern gekauft. Die beiden sind, wie ihr sicher wisst, mit ihrem Ernährungskonzept, das Weißmehl, Zucker und alles Glutenhaltige komplett weglässt, in aller Munde. "Gutes essen macht, dass es dir gut geht" ist die Philosphie dabei. Weizennudeln werden durch die Zucchini-Variante ersetzt, gesüßt wird mir Honig oder Ahornsirup, und wenn es Fleisch gibt, dann werden die Knochen auch gleich mitverarbeitet.

Es gibt außerdem gute Tipps, wie man sich auch unterwegs gesund ernähren kann. Das folgende Rezept ist nicht in dem Buch enthalten, ich habe es auf der Website gefunden. Schnell, einfach und lecker.

Und das braucht man (für 2 Personen):

- 250 g Rindersteak, in 1 cm dünne Streifen geschnitten
- 1 TL Bio-Ghee oder natives Kokosöl


Marinade

- 1 TL Fischsoße
- 1 TL Tamari (glutenfreie Sojasauce)
- 1 TL frisch geriebener Ingwer
- 1 TL fein gewürfelter Knoblauch
- Meersalz
- viel frischer Pfeffer nach gusto

Schwarzer-Pfeffer-Dressing

- 2 TL frisch geriebener Ingwer
- 2 TL fein gewürfelter Knoblauch
- 3 TL Limettensaft
- 3 TL natives Olivenöl
- 1/2 TL frische gemahlener Pfeffer
- Meersalz zum Abschmecken

Salad

- 3 große Tomaten, in Scheiben geschnitten
- 1 Schalotte oder eine halbe Zwiebel in dünne Scheiben geschnitten
- 1 große Avocado
- ein Romanasalat, gewaschen, trocken geschüttelt und in mundgerechte Stücke zerteilt


Und so geht's:

- Das Fleisch mit der Marinade mischen und mindestens 15 Minuten bei Raumtemperatur oder über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen, dann aber vor dem Braten auf Zimmertemeperatur bringen.


- Die Zutaten für das Dressing mischen und beiseite stellen.

- Die Salatbestandteiler auf zwei Tellern verteilen: erst den Blattsalat, dann die Avocado und Tomaten, mit den Zwiebeln bestreuen.

- eine große Bratpfanne mit dem Ghee oder dem Öl erhitzen und die Rinderstreifen unter Rühren darin eine Minute anbraten, dann sind sie rosa / medium.

- das Rind auf den Tellern verteilen

- 100 ml Wasser zum Bratensaft geben und reduzieren lassen, über das Rind geben, anschließend alles mit dem Dressing begießen und servieren.

Bon appétit! 

Mittwoch, 15. Juli 2015

Filmtipp: Youth - La Giovinezza - Ewige Jugend

Leider kommt dieser Film bei uns erst im Oktober ins Kino, ich war aber bei einer Pressevorführung und war und bin so begeistert: Michael Caine (hach), Harvey Keitel (schmacht), Rachel Weisz (wie gut kann man mit 45 noch aussehen? Wird sie gut von Daniel Craig gepflegt?) und ganz, ganz wunderbare Musik, unter anderem von David Lang (im italienischen Trailer zu hören), einem amerikanischen Komponisten. Herzzereißende Geschicht. Jane Fonda als alternde Diva, Diego Maradona und Miss Universum vor "Zauberberg"-Schweizer-Alpen-Kulisse. Was soll ich mehr sagen. Paolo Sorrentino at his best...


Dietmars Schnellrezepte Teil 4: Rinderlende mit Ruccolsalat

Vegetarier weggeschaut, alle anderen...
 
Der Ruccolasalat und die Kirschtoamten sind mit Ingwer und Lavendel bestreut. Später kommt weißer Balsamico und Zitronen-Olivenöl dazu.
Das Fleisch ist einseitig mit Meersalz und anderseitig mit einem Streifen Olivenöl eingestrichen... Kurz beidseitig scharf anbraten, ruhen lassen!
 

 
 
Bon appétit!
 

Montag, 13. Juli 2015

Backen mit Christine Bergmayers Buch - Seth's New York Cheesecake mit Johannisbeer-Topping

Backen ist ja bisher so gar nicht mein Ding, aber das Buch "Zeit zum Backen!" hat mir der Südwest Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt, es ist Johannisbeerzeit - und Cheesecake lieben wir alle in unserer Familie. Hier blättern wir durch das ganze Buch, das sehr ansprechend gestaltet ist und alle Teigformen in verschiedenen Kapiteln vorstellt: vom einfachen Mürbeteig über Hefeteig bis zum Biskuit. Weihnachten und "Reisegbäck" sind zwei weitere Kapitel gewidmet. Sehr lustig ist der letzte Teil zum Thema "Pimp your cake" zum Thema Dekorieren.



Christine Bergmayer und ihre Backkünste lernte ich über meine (Teilzeit-)Arbeit bei einem Stadtmagazin kennen. Da gibt es die Rubrik "Wo kommst du her, wo gehtst du hin?" Und das waren die Antworten auf meine Fragen in einer Langversion:

Wo kommst du her, wo gehst du hin?


Christine Bergmayer, alias „Die Zuckerbäckerin“, ist Konditorin aus Leidenschaft. 1999 gründete sie zusammen mit Martin Müller das legendäre „Opera“ in Regensburg, stieg aber 2004 wieder aus. In ihrer Hamburger Backstube kann sie den Ansturm an Tortenbestellungen kaum bewältigen. Seit Jahren gehört sie zu den Besten der Branche und entwickelt als Foodstylistin auch Rezepte für Zeitschriften. Im Herbst 2014 ist ihr erstes Rezeptbuch „Backen!“ im Südwest Verlag erschienen.



Sie haben Ihre Lehre in Regensburg absolviert, sind Sie auch hier geboren?

Geboren bin ich in München. In Regensburg (Lappersdorf) habe ich meine Kindheit verbracht und bin dort zur Schule gegangen. Nach nur einer Bewerbung bekam ich eine Lehrstelle zur Konditorin im Prinzess Café  und konnte dort meine Hände täglich in Schokolade tauchen :-)

Fünf Jahre lang haben Sie zusammen mit Martin Müller die Konditorei Opera geführt. Was hat Sie dann letztendlich so weit weg, nach Hamburg verschlagen?

Als Martin Müller mich 1998 anrief und mir die Idee vom gemeinsamen Café unterbreitete, lebte ich gerade in Hamburg und arbeitete beim Bauer Verlag als Foodstylistin. Nach kurzem Nachdenken und voller Vorfreude auf ein eigenes Café bin ich wieder nach Regensburg gezogen. Da ich sehr reisefreudig bin und gerne neue Ziele habe, machte ich mich nach einigen Jahren wieder auf die Wanderschaft und bin nach Fürstenfeldbruck und London 2007 wieder in meine norddeutsche Lieblingsstadt Hamburg zurückgekehrt. Dort konnte ich an alte Kontakte in den Verlagen anknüpfen und gründete zusätzlich meine Event-Tortenbackstube „Die Zuckerbäckerin".

Wie kommt man mit 17 zum Backen, während die anderen Motorradfahren oder ganz anderen Sachen im Kopf haben?

Nu ja :-) Ich war ein braves Mädchen und in der Küche sehr glücklich (bin es bis heute) - und schon damals wusste man - Liebe geht durch den Magen :-)

Sie waren während Ihrer beruflichen Karriere immer wieder in London, was fasziniert Sie an der Stadt?

London war schon 1991 Liebe auf den ersten Blick :-) Ich lernte dort viele tolle Menschen, Konditoren aus aller Welt und Freunde fürs Leben kennen. Wir treffen uns dort heute noch immer mal wieder. Beruflich lasse ich mich dort gerne in den vielen Cafés und Backstuben inspirieren und sammle neue Backideen.

Backen macht glücklich, warum?

Was gibt es Schöneres als zu backen? Es riecht gut, es schmeckt gut, alle freuen sich, wenn sie probieren dürfen und man kann Feste noch schöner backen. Die Familie und Gäste freuen sich immer über Torte! Obendrein ist es für mich Spaß und Entspannung, Torten zu dekorieren und Kekse zu verzieren.



Und hier endlich das Rezept:

Gewidmet dem Sänger und Tänzer Seth

Für einen kleinen Kuchen (sehr praktisch auch für Kleinfamilien!) braucht man:

Für den Boden:
75 g Butter
100 g Butterkekse

Für die Füllung:
400 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
100 g Crème fraiche
60 g Zucker
1 EL Speisestärke
1 EL Vanillezucker (dazu gibt es auch ein Rezept im Buch)
2 Eier (Kl. M)

Für den Guss:
180 g rote Johannisbeeren
(frische oder TK)
100 Gelierzucker 2:1

Außerdem:
1 Gefrierbeutel
1 Springform (18 cm)
Backpapier



Uns so sieht er bei uns aus...


Und so geht's:

1. Für den Boden die Butter in einem kleinen Topf zerlassen.


2. Butterkekse in einen Gefrierbeutel füllen. Den Beutel fest verschließen und die Kekse mit einer Teigrolle fein zerbröseln. Die Brösel mit der Butter mischen und gut verrühren.

3. In die Springform ein Blatt Backpapier einspannen. Die Keksmasse in die Form geben und mit der Rückseite eine Esslöffels die Brösel 1 bis 2 Zentimeter hoch an den Rand und auf dem Boden festdrücken. Die Form 10 Minuten kühl stellen.

4. Den Backofen auf 180 Grad (Umluft 160, Gas Stufe 2-3) vorheizen.

5. Für die Füllung Frischkäse, Créme fraiche, Zucker Speisestärke und Vanillezucker in eine Rührschüssel geben. Alles mit den Rührbesen des Handrührgeräts auf mittlerer Stufe glatt rühren.

6. Eier nach und nach kurz unterrühren. Frischkäsemasse in die Springform füllen und glatt streichen.

7. Den Kuchen auf einem Rost im unteren Drittel des vorgeheizten Ofens bei 180 Grad 30 bis 35 Minuten backen, anschließend auf einem Gitter aukühlen lassen.

8. Für den Guss Johannisbeeren waschen, verlesen und zupfen. Beeren und Gelierzucker in einen Topf geben, zum Kochen bringen und dabei ab und zu umrühren. 1 bis 2 Minuten sprudelnd kochen lassen. Johannisbeeren noch heiß durch ein Sieb streichen. Den aufgefangenen Saft noch warm über den ausgekühlten Cheesecake gießen und den Kuchen dann 3 bis 4 Stunden kühl stellen.

9. Vor dem Servieren den Cheesecake vorsichtig mit einem schmalen, glatten Messe aus der Form schneiden.

Tipp: Der New York Cheesecake schmeckt am besten, wenn er mehrere Stunden durchgezogen hat.

Ist sehr gut gelungen, schmeckt wunderbar... Eine schöne sonnige Woche! Was backt Ihr so?