Sonntag, 22. Februar 2015

Gastbeitrag von Dietmar Grün: Fleischspieße mit Ruccola


Fotograf Dietmar Grün ist nicht nur ein passionierter Oldtimer-Fan, sondern er kocht auch gern. Dieses Rezept stellt Ruccola einmal von einer anderen Seite vor: er wird kurz mit angebraten! 


Und hier Dietmars Kurzrezept:


Fleischspieße anbraten in Olivenöl. Wenn sie von allen Seiten knusprig sind, Ruccola , getrocknete Tomaten und - sofern vorhanden - ein paar wenige Pfirsichspalten dazu geben. 
(Rest des Obstes als Dessert verwenden) 

Nur noch kurz in der Pfanne schwenken, so dass der Ruccola lauwarm wird. Er muss bissfest bleiben!

Freitag, 20. Februar 2015

Yotam Ottolenghi: Vegetarische Köstlichkeiten, Teil 1: Fenchel mit Kapern und Oliven


Juchuh... Ich hab das neue Kochbuch von Yotam Ottlenghi zum Geburtstag bekommen, und sieht das Gericht auf dem Cover nicht schon zum Anbeißen aus? Hungrig sollte man nicht anfangen zu blättern…

Sehr schön auch der Einführungstext zum Thema vegetarische Küche. Er ist ja selber eigentlich kein Vegetarier, sollte aber plötzliche eine Kolumne im Guardian schreiben und merkte, dass sein Rezeptvorrat die Zahl vier nicht überstieg… Inzwischen sammelt er auf seinen Reisen und sein Repertoire scheint jetzt unerschöpflich.




Das folgende Rezept ist mir sofort ins Auge gefallen, da die Zutaten – abgesehen vom Verjus - leicht im Handel erhältlich sind, das heißt auch beim Biomarkt um die Ecke. Außerdem mag ich Fenchel  sehr…  Und diese Zubereitungsart ist großartig.

Verjus ist übrigens eine bereits im Mittelalter bekanntes Würzmittel , ein saurer Saft, der durch das Auspressen unreifer Trauben erzeugt wird. Verjus ist milder als Essig, man kann damit Fisch einlegen und ihn für Salatdressings verwenden, er gilt auch als Heilmittel und soll gut für die Verdauung sein. Im Internet bestellbar, aber nicht gerade billig. Die Zitronensaft-Essig-Variante hat auch hervorragend funktioniert.


Fenchel mit Kapern und Oliven 

 

Und das braucht man (für 4 Personen als Vorspeise, für 2 Personen als Hauptgericht)


- 4 mittelgroße Fenchelknollen
- 15 Knoblauzehen ungeschält
- 60 ml Verjus oder eine Mischung aus 60 ml Zitronensaft und 2 EL Rotweinessig
- 1 kleine Tomate in große Würfel geschnitten
- 250 ml Gemüsebrühe
- 20 g Kapern, abgetropft
- 30 g schrumplige Oliven, entkernt, halbiert
- 1 EL Thymianblättchen
- 2 1/2 TL Zucker
- 100 g Ricotta
- 1 TL abgeriebene Zitronenschale
- Salz, schwarzer Pfeffer, Olivenöl

Und so geht's


Die Fenchelknollen längs in 2 cm dicke Scheiben schneiden (ich hab das Grün abgemacht, klein gehackt und zum Schluss drüber gestreut), auf hoher Temperatur portionsweise in einer Pfanne mit Deckel goldbraun anbraten, das dauert pro Portion 5 bis 6 Minuten, und beiseite stellen.

In der gleichen Pfanne die Knoblauchzehen ca. 3 Minuten anrösten, dass die Schale dunkel wird, auf mittlere Temperatur runterschalten und vorsichtig (es spritzt!) den Verjus zugießen und auf ca. 2 EL Flüssigkeit einkochen lassen.

Die Tomate, 100 ml Gemüsebrühe, Kapern, Zucker, Oliven, Thymian, eine kräftige Prise Salz und Pfeffer dazu geben und wieder ca. 2 Minuten köcheln lassen. Dann den Fenchel und die restliche Brühe dazu geben, umrühren und zugedeckt ca. 12 Minuten köcheln lassen, bis der Fenchel zart und die Flüssigkeit dick eingekocht ist. Zum Schluss dafür vielleicht noch ein bisschen ohne Deckel köcheln lassen. 

Die Fenchelscheiben auf einen Teller geben, mit der Sauce übergießen, nach Belieben mit einem Klecks Ricotta und der Zitronenschale garnieren.

Bon appetit!

Dienstag, 17. Februar 2015

Bücher, die das Leben verändern, Teil 1 - Cheryl Strayed: Der große Trip

Ich muss zugeben, bevor ich erfahren habe, dass dieser Film jetzt ins Kino kommt, wusste ich nichts über die amerikanische Journalistin und Schriftstellerin Cheryl Strayed - den Nachnamen hat sie sich übrigens nach ihrer Scheidung, sie hat mit 19 das erste Mal geheiratet, selbst gegeben. Er bedeutet so viel wie "abgeirrt" oder "gestreunt", und so fühlte sie sich damals, als sie zu ihrem großen Trip auf den Pacific Crest Trail aufbrach - mit einem monströsen Rucksack, den sie kaum tragen konnte und ganz allein - 1.000 Kilometer zu Fuß vor sich. Auf Englisch sind ihre Memoiren übrigens "Wild" betitelt.Ganz flux hat Goldmann jetzt auch das Cover schnell geändert und Reese Witherspoon darauf abgebildet, auf meinem Buch war nur ein Wanderschuh, aber das machen ja alle...


Tja, warum hat mich das Ganze so bewegt? Zum einen ist da eine große Sehnsucht in mir drin, auch mal auf einen solchen Trip aufzubrechen... Wie sagt eine Schweizerin, die ihr die geschundenen Füße massiert, „in Europa nennen wir das Wahlfahrt“. Oder auch Jacobsweg vielleicht? Da fand ich ja Hape Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" auch so beeindruckend. Und nichts entspannt mich zurzeit in meinen mittleren Jahren mehr als ein Aufenthalt in der Natur - Wildnis in dem Sinne gibt's ja bei uns kaum mehr...

Zum anderen hat man auch großes Mitleid mir dieser 26-Jährigen, die seit dem frühen Krebstod ihrer Mutter von Affäre zu Affäre strauchelt, ihre Ehe mit ihrer großen Liebe nicht mehr aufrecht erhält und schließlich sogar ein paar Wochen Heroin nimmt. Überhaupt diese Mutter: heiratet jemanden, den sie gar nicht recht liebt, weil sie schwanger ist, bekommt noch zwei Kinder von ihm. Er schlägt sie regelmäßig, bis sie in nach langem hin und her endlich velässt. Der Stiefvater schenkt ein bisschen Stabilität, doch nach dem Tod der Mutter (Lungenkrebs mit 45!) bricht alles auseinander, selbst der Kontakt zu ihrem kleinen Bruder wird immer sporadischer.

Auf diesem Trip jedenfalls findet Cheryl sich wieder, und das ist unheimlich spannend erzählt. Die Begegnungen mit den anderen Wanderern, die körperlichen Strapazen, das Aufeinandertreffen mit Füchsen, Bären und Rehen, die Sehnsüchte nach einer Dusche, normalem Essen, einem Glas Wein... Ich hab's jedenfalls verschlungen. Und freu' mich auf's Wandern im Frühling, auch wenn ich's als Kind gehasst hab'.

Cheryl Strayed ist inzwischen mit einem Filmemacher verheiratet und hat zwei Kinder. Sie schreibt und schrieb Essays unter anderem für die Washington Post, Vogue und das New York Times Magazine. Ihre Kolumne "Dear Sugar" wurde mehrfach ausgezeichnet. In einem Spiegel-online-Interview berichtet sie anlässlich des Filmstarts von ihrem Trip.

Und dann geht's jetzt bald ins Kino... Und ihr? Habt ihr's gelesen? Oder den Film schon gesehen?



Freitag, 6. Februar 2015

Neubeginn - bald: 5 Gründe, mal wieder etwas im Leben zu ändern

Kennt Ihr das auch, man werkelt immer so vor sich hin, und plötzlich kommt ein Anruf, der das Fass zum Überlaufen bringt. So war das bei mir im Dezember. Ich merkte, ich muss etwas ändern. Meine Arbeitszeiten zum Beispiel. Jetzt steh' ich früher auf, was ganz schön anstrengend war jetzt in dieser vergangenen Woche bei der Kälte, brrr, arbeite etwas länger und hab' ab sofort freitags frei: zum Bloggen, Sport machen, Auftritte akquirieren etc.

Und jetzt sitze ich hier und finden den Einstieg nicht so wirklich. Ich will einen Relaunch, kann das selbst gemalte Titelbild nicht mehr sehen, aber langsam, langsam. Meine Ungeduld steht mir so oft im Weg, wo sich doch viele Dinge von ganz allein regeln, wenn man ihnen etwas Zeit lässt.



Auf jeden Fall soll es ab kommender (oder übernächster) Woche hier zwei regelmäßige Posts zu den Themen geben, die mir wirklich am Herzen liegen und mit denen ich mich gut auskenne: Musik, Bücher, Filme und Rezepte natürlich.

Aber jetzt: 5 Gründe, etwas zu ändern:

1. Du fühlst dich öfters einfach ausgenutzt.
2. Du bist abends zu fertig und müde, um dich noch auzuraffen, ins Kino oder ins Theater zu gehen.
3. Stattdessen willst du nur mehr auf der Couch liegen, zugedeckt natürlich.
4. Du hast keinen Spaß mehr am Kochen oder Lesen, an Dingen, ohne die du sonst gar nicht leben magst.
5. Du kannst dich nicht zum Sport aufraffen, fühlst dich dementsprechend unfit, müde und aufgedunsen.

So, nächste Woche werden mal ein paar Geburtstage gefeiert, und danach geht's mit Schwung und neuer Energie in dieses neue Jahr. Der Januar ist ja jetzt vorbei, Gott sei Dank, meiner war ziemlich rot. Wer wissen mag, was das bedeutet, sollte bei Okka vorbeischauen...

Happy weekend!

Ich freue mich über jeden Besuch und jeden Kommentar...

Dienstag, 2. Dezember 2014

Ein Tag in Berlin - und Adventskalender befüllen

Beruflich mal wieder in der Hauptstadt gewesen und gleich einen Tag dran gehängt. Das war schön. Nach getaner Arbeit am Abend vorher natürlich im Café Obermaier vorbei geschaut, bei alten Bekannten, die früher im selben Restaurant gearbeitet haben wie ich während meine Studienzeit. Pilzstrudel - lecker.
Im Zug hatte ich Okka vom wunderbaren Blog Slomo via Facebook angemailt, ob sie mir Tipps für Läden geben kann, wie man hübsche kleine Sachen zum Befüllen von Adventskalendern findet, und sie hat mir ganz ausführlich geantwortet, was ich schrecklich nett fand. Schließlich bin ich eine Wildfremde für sie. Das liebe ich an den Zeiten von Blogs und Social Networking. Danke nochmals!



Also machte ich mich ziemlich früh auf nach Prenzlauer Berg und kehrte hungrig und ungefrühstückt in die Meierei in der Käthe-Kollwitz-Straße ein. Ein modernes und trotzdem sehr gemütliches Café mit hippem Publikum. Hmmm, Rühreier mit Kürbiskernöl, oben drauf war noch etwas Kürbiskerncrunch. Wunderbar. In Berlin kann man gut vegetarisch leben. Überall gibt es interessante Sandwiches, zum Beispiel mit rote Bete und Schafskäse.






Frisch gestärkt ging's in die Rykestraße, da steht dieser großartige Wasserturm wie ein verwunschenes Märchenschloss, den Laden "Die kleine Gesellschaft" habe ich allerdings verpasst, es war aber sowieso alles noch zu.



Prenzlberg ist nichts für Frühshopper. Viele Menschen waren  noch nicht unterwegs, nur einige Väter in Elternzeit mir ihren Babys. Um 10.30 Uhr öffnete die Schatzinsel in der Marienburger Straße, eine wahre Fundgrube für meine Unternehmung: Adventskalender für den Sohn befüllen.




Es ist seltsam: durch die Danziger und Prenzlauer Allee rauscht der Verkehr achtspurig, dazwischen lässt sich's ruhig und angenehm leben, glaube ich. Es macht auf alle Fälle den Eindruck. Total geflaht war ich von all den wunderbaren Blumenläden übrigens, die mit herkömmlichen Floristen hierzulande nicht mehr viel zu tun haben.





Und wo shoppt Ihr so, wenn Ihr in Berlin seid?

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Boris Karloffs Guacamole-Rezept

Das muss baldigst ausprobiert werden: Fundstück aus Facebook heute... Hah.
Ich wünsche ein schönes langes Wochenende!

Macht Ihr mit?

Mittwoch, 17. September 2014

Veggie Day: gebackene Süßkartoffeln mit Pilzfüllung

Eigentlich mag ich ja den Herbst (wenn man verdrängt, dass danach der Winter kommt): die Farben, die klare Luft, abends wieder Kerzen anzünden - und Pilze. Folgendes Rezept aus der vorletzten Brigitte ist ein vegetarisches aus der Kategorie "Schmeckt und begeistert sogar den Mann". Und schön satt macht es auch. Vegan, wenn man die saure Sahne weglässt...



Und das braucht man (für 2 Personen als Hauptgericht):
- 2 große Süßkartoffeln
- Meersalz
- Öl zum Bestreichen

Füllung:
- 300 g gemischte Pilze
- 1 Schalotte
- Öl oder Butterschmalz (im Rezept so, ich nehme nie Butterschmalz) zum Anbraten
- Pfeffer
- 60 g Kidneybohnen, abgetropft und gewaschen
- 2 EL Balsamico
- 1 EL Ahornsirup (oder ähnliche Süße)
- 80 g saure Sahne
- 1 Stängel Basilikum
- etwas Zitronensaft

Uns so geht's:
- Ofen auf 220 Grad (Umluft 200 Grad) vorheizen, Kartoffeln gründlich waschen, trocken tupfen und mit Öl und Meersalz einreiben, auf ein Backblech legen und ca. 40-50 Minuten backen
- Pilze putzen und je nach Größe halbieren und vierteln, Schalotte würfeln, Öl oder Butterschmalz stark erhitzen und die Pilze scharf anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen, Schalotten dazu geben und kurz mitbraten, mit Essig und Sirup ablöschen und die Flüssigkeit ganz einkochen lassen
- Saure Sahne mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken
- Die Kartoffeln halbieren, etwas auseinanderdrücken, mit den Pilzen füllen und mit saurer Sahne servieren, garnieren mit den Basilikumblättchen

Bon appétit!