Mittwoch, 28. Juni 2017

Mit Style in den Sommer: meine Looks

Das soll ja eine Art Serie werden: hier kommen meine Sommerlooks. Besucht mich auch auf Instagram (unter ursulagaisa). Ich wünsche euch einen wunderbaren Sommer voll Sonne, guter Laune und schönen Momenten!


Donnerstag, 22. Juni 2017

Helmuts Kolume: Lammlachse halb confiert, halb gebraten mit Bohnen-Pfifferlings-Gemüse und Ofenkartoffel


So, meine Küchenschlacht-Serie ist für's erste ja mal beendet, aber ich habe ja dabei jede Menge nette und kochtalentierte Menschen kennengelernt. Einer davon ist Helmut Ketteniß, der auch heute wieder im Fernsehen (ZDF, 14.15 Uhr) kochen wird. In Zukunft wird er hier auf meinem Blog in einer eigenen Kolumne seine genialen Rezepte veröffentliche. Ich verändere nicht sehr viel an den Wortlauten, denn das Beschreiben gehört auch zu ihm. Und los geht's.


 

 

 

Lammlachse halb confiert, halb gebraten mit Bohnen-Pfifferlings-Gemüse und Ofenkartoffel 

 


„Ich habe heute mein wohl geilstes Stück Lamm gemacht: ein Mix aus Confieren und Braten.“
 

Und so ging es:

  • Die Lammlachse (ca. 200 gr. pro Stück) in einen Topf geben.
  • Vorher jedoch Olivenöl zusammen mit 2 Stücken Knoblauch, Zitronenzesten und Kräutern (Café de Paris) auf 65 bis 70 erwärmen. 
  • Das Fleisch einlegen und für 10 Minuten confieren. Zwischendurch mal wenden. 
  • Wenn das Fleisch erkennbar von außen bräunlich wird, rausnehmen und abtupfen.
  • Am besten eine Pfanne nehmen, die sich hoch erhitzen lässt - Vollgas.
  • Nur wenige Tropfen von dem Öl hinein und das Fleisch von beiden Seiten jeweils max. 2 Minuten Röstfarbe geben.
  • Jetzt pfeffern und salzen.
  • Lass das Fleisch noch gut 5 Minuten ruhen.
  • Vor dem Servieren mit einem Teelöffel von dem Öl napieren 



    Das Rezept für das Bohnen-Pfifferlings-Gemüse bekommt Ihr ab Freitag, den 23. Juni auf der Seite der Küchenschlacht. Also mir läuft das Wasser und euch?

Mittwoch, 21. Juni 2017

Erfahrungen als Kandidatin bei der Küchenschlacht - Teil 4: Hohes Lob und tiefer Fall - oder: Die Rache des Kälbchens

Gedreht werden immer zwei Folgen am Tag, also hieß es am Nachmittag nach der erfolgreichen ersten Schlacht: Umziehen, neue pudern und ran an die Vorspeisen. Zum Thema Hühner-Saté hatte ich mich vorher wirklich umfassendst informiert, besonders geholfen hat mir ein lustiges Youtube-Video zweier echter Könnerinnen. Danke an dieser Stelle!


Und meinen asiatischen Gurkensalat verfeinere ich auch seit Jahren immer wieder, love it. Tja, was soll ich sagen, alles ging einfach wunderbar glatt. Als Erstes hobelte ich die Gurke, sie wird gesalzen, damit sie schwitzen kann, ausdrücken, würzen, ziehen lassen. Dann wurde das Hühnerfleisch aufgespießt (anders als auf meinem Foto hier, ganz glatt mit dem Spieß mittendurch!), mit einer Paste aus Curry, Kokosmilch, Limettensaft und klein geschnittener Chili bestrichen und dadurch mariniert. Die Erdnuss-Sauce besteht auch wieder aus Currypaste, die stark angebraten und mit Kokosmilch abgelöscht wird, dann erst wird mit Ingwer, Chili, Limettensaft, etwas Zucker und natürlich der Erdnusspaste abgeschmeckt, sie soll eine gewisse Leichtigkeit behalten. Das gefiel sowohl Mario als auch Karlheinz Hauser.

Grillpfanne anheizen, Spieße darin braten, das Fleisch soll nicht zu trocken werden. Und wer sich jetzt das Ganze anschauen will, wie mich ein Zwei-Sterne-Koch gelobt hat, bis September kann man hier kostenlos glupschen. Im Rezept auf der Seite steht 250 g Huhn pro Person, das ist natürlich Quatsch, das reicht für 2-3 Personen. Ich dachte beim Einreichen: lieber etwas mehr bestellen ;-)
Der Gurkensalat wird mit Weißweinessig, eingelegtem Ingwer, Sojasauce, etwas Sesamöl und Ingwersirup abgeschmeckt, am Schluss kommt gerösteter Sesam druff. Bon appétit!


Die süße Leila konnte ja leider mit ihrem Gorgonzola-Schwein nicht ganz überzeugen, also war ich beim dritten Dreh unter dem Motto "Klassiker der europäischen Küche" allein unter Männern. Ich weiß bis heute nicht mehr so genau, warum ich mir ausgerechnet Saltimbocca alla romana ausgesucht hatte. Vielleicht einfach wegen des neuen Kochbuchs von Meike Peters? Ich fand die Idee mit den Äpfeln so schön. Tja, beim Ausprobieren hatte ich das erste Mal schon keine gutes Fleisch erwischt und es war nicht wirklich weich. Recherchen brachten mich nicht weiter, erst eine Freundin, die mir die Haare getönt hat (wollte ja schick sein im TV), schickte mich zum Metzger ihres Vertrauens. Und siehe da: fantastisch.

Am ersten Tag hatte Alex schon erzählt, dass sein Cordon Bleu-Fleisch nix war, also hatte ich dann schon meine Vorahnungen. Und als ich das Fleisch dann im Studio so liegen sah, bestätigten sich meine Befürchtungen: es sah schon faserig aus, ungleichmäßig, nicht dünn genug. Ich schnitt dran herum, klopfte es, nicht mal da wurde es dünner. Übel. Weil ich es nicht so dünn bekam, habe ich es dann auch nicht lang genug gebraten. Das war's. Aus vorbei.

Ich muss sagen, dass alles anderen eingekauften Zutaten allererste Sahne waren, wirklich hervorragend. Niemand hat schuld, war einfach Pech. Vielleicht sollte mir das eine Lehre sein, einfach kein Fleisch von kleinen Tieren mehr zu essen? Überhaupt tendiere ich ja schon lange zum Vegetarismus. Immer mehr. Habt Ihr gute vegane Rezepte, die glücklich machen? Schreibt mich an!

Und bewerbt euch bei der Küchenschlacht! Es ist echt eine tolle Erfahrung: super Team, angenehme Atmosphäre... Danke an dieser Stelle nochmals an Mario Kotaska, Dennis, der mich immer wieder angerufen hat, an Sabrina, meine tollen fairen Mitstreiter und an das ganze Team von der Fernsehmachern. Ich würde es immer wieder tun!

Was nicht mehr dran kam:




Dienstag, 20. Juni 2017

Italien-Sehnsucht mit einer Playlist und in Bierteig frittierten und mit Sardellen gefüllten Salbeiblättern

Um "Klassiker der europäischen Küche" geht es morgen am Thementag in meiner Küchenschlacht-Woche. Seit meinen Saltimbocca-Versuchen wuchert eine Salbeistaude auf dem Balkon vor sich hin. Und weil ich seit unserem Italien-Urlaub (Post siehe hier) wieder ein großer Fan der italienischen Küche bin, fiel mir dieses Kochbuch wieder ein, das mir gute Freunde zum Geburtstag geschenkt hatten. Siehe da: ein perfektes Rezept für ganz wunderbare leckerste Antipasti, ein eiskaltes Gläschen Weißwein dazu. Mmmhhhh...



Eine wunderbare Playlist liefert der Autor von "Ein Sommer wie damals" (Brandstätter) Claudio Del Principe auch noch dazu. Ich habe eine Spotify-Playlist dazu angelegt:

Playlist italienischer Sommer

Und das braucht man:


 

Und so geht's:


  • Olivenöl (ich hab' Rapsöl genommen) in einer hohen schweren Pfanne auf genau 160 Grad langsam erhitzen
  • Sardellenfilets klein schneiden und auf je einem Salbeiblatt verteilen, ein zweites Blatt darauf legen und etwas andrücken
  • Mehl in eine Schüssel sieben, schluckweise das Bier dazu geben und verrühren, dass ein nicht zu dicker Teig entsteht
  • Salbeiblätter darin wenden und frittieren, fertig, mit etwas Salz bestreuen (aber meine Sardellen waren so salzig, war unnötig) 
  •  




Montag, 19. Juni 2017

Erfahrungen bei der Küchenschlacht - Teil 3: der erste Tag und ein Rezept: Wildlachs mit grünem Spargel und Bärlauch-Salsa

v.l.n.r.: Dagmar Gilles, Ursula Gaisa, Alexander Schiebl, Mario Kotaska, Helmut Ketteniß, Gottfried Mühling und Leila Irik. Foto: ZDF/Gunnar Nicolaus

Heute ist der große Tag der ersten Ausstrahlung, und weil diese Folge bereits online ist (hier), traue ich mich weiter zu berichten. Wir betraten also alle hintereinander schwungvoll das Studio und begaben uns zu unseren zugeteilten Kochstellen. Helmut musste nochmal, er war zu schnell gewesen, hihi. Und dann ertönte die bekannten Melodie, das Publikum klatschte im Rhythmus und Mario rief "An die Töpfe, fertig los!" - Action.



Nacheinander wurden wir alle vorgestellt. Ich fing mit meiner Bärlauch-Salsa an, denn die sollte im Kühlschrank etwas ziehen. Das Rezept findet Ihr unten... Und was soll ich sagen, die Aufregung war plötzlich weg! Kurz vorher dachte ich, ich könne nicht einmal mehr ein Ei kochen... Als nächstes schälte ich den Spargel im unteren Drittel (zu wenig, wie sich später heraus stellen sollte) und breitete ihn auf einem Blech mit Backpapier aus. Olivenöl, Salz Peffer drauf und mit Feta bestreuen. Zuhause braucht er höchstens 15 Minuten im Ofen, doch als ich dir Tüt des vorgeheizten Geräts dort aufmachte, merkte ich schon, richtig heiß war der nicht. Egal, hochschalten... Später sollte er sowieso übergrillt werden. Zwischendurch mit Mario plaudern ging, was die anderen machten, hab' ich kaum mitbekommen. Nur Gottfrieds traurige Geschicht mit der Oma natürlich schon.

Tja, was soll ich sagen, eben wollte ich Mario meinen Spargel zeigen, da fing das Backpapier unter der Grillfunktion an zu brennen. Oh je, er hätte sicher noch 5 Minuten gebraucht, das wurde mir dann fast zum Verhängnis. Wenigstens den Lachs wollte ich dann gut braten, das war ganz tolle Qualität, ich briet ihn ganz langsam in der heißen Pfanne auf der Hautseite an und drehte ihn nur ganz kurz um, fertig. Es ging ans Anrichten, die Teller wurden auf den Probiertisch platziert, Auftritt Meta Hiltebrand aus der Schweiz, die ich aus "Kitchen Impossible" kannte.

Der Spargel war ihr nicht gut genug geschält und nicht lag genug gratiniert, tja, wen wundert's. ABER - meinen Lachs und die Salsa fand sie top. Trotzdem musste ich zittern, weil aber Dagmars Tomatensalat überpfeffert war, ihr Risotto nicht ganz gelang, kam ich weiter. Große Freude. Wie, es weiter ging, erfahrt Ihr morgen - im Fernsehen  (ZDF 14.15 Uhr) oder in der Mediathek und natürlich auf diesem Blog!

Und hier das Rezept für meine Bärlauch-Salsa


Dazu braucht man:

  • 1 Bund Bärlauch
  • Meersalz
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl extra Vergine
  • 200 ml Sonnenblumenöl
  • 1 daumengroßes Stück frischer Ingwer
  • 1 Biozitrone
  • 1 frische rote Chilischote
  • 1 Zweig frische Minze
  • Weißweinessig und etwas Zucker zum Abschmecken

Und so geht's:

  • Bärlauch waschen, trocken schleudern, in kleine Stücke schneiden und mit etwas Olivenöl pürieren
  • Ingwer und ein Stück Chilischote in kleine Würfel schneiden und zur Soße geben
  • ein paar Minzblätter in Streifen schneiden und dazu geben
  • mit Salz, Pfeffer, Weißweinessig, etwas Zitronenabrieb, Zitronensaft und Zucker abschmecken, kalt stellen.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Erfahrungen als Kandidatin bei der Küchenschlacht - Teil 2: Es wird ernst

So, der Drehtermin stand fest: wie man nach Hamburg kommt, in welchem Hotel man einquartiert wird, darum kümmert sich die Produktion der Firma, die vom ZDF beauftragt wurde, in diesem Fall sind das die Fernsehmacher. Ich durfte fliegen, wurde mit einem Shuttle vom Flughafen abgeholt, das hat alles völlig reibungslos funktioniort. Der Rückflug blieb natürlich offen... (Eine Begleitperson durfte man übrigens auch noch mitnehmen, leider ging das familienmäßig nicht aus bei mir.)

Ansonsten ist man vor den Drehtagen in engem Kontakt mit einer oder einem Redakteur/-in, die oder der einen dann auch die ganzen Tage in Hamburg "betreut", was ich als sehr angenehm empfand. (Danke Sabrina, du bist toll!) Denn jetzt wurde es erst noch einmal arbeitsintensiv: da ich vorher eher winterliche Rezepte eingereicht hatte, musste ich alles noch einmal der Jahreszeit anpassen. Diese neuen Vorschläge wurden mit den der anderen Kanidatinnen und Kandidaten abgeglichen, man will ja als Leibgericht nicht dreimal Wiener Schnitzel im Fernsehen zubereitet sehen... Ist man sich einig, werden alle Zutaten und Zubereitungsschritte akribisch genau in vorgefertigte Formulare eingetragen, denn die Rezepte werden später online gestellt, damit sie die Zuschauer nachkochen können.


Natürlich habe ich dann mit Stoppuhr alles genauestens ausprobiert, was oft gar nicht so einfach war in unserer Küche zu Hause, man ist ja nicht "allein", beziehungsweise so "ungestört" wie im Studio, aber so konnte ich das "Angesprochen-werden" vom Moderator schon mal gut üben ;-) Dass das in unserem Fall Mario Kotaska war, wussten wir schon lang. An dieser Stelle schon auch mal ein Dank: er ist völlig entspannt, fair, nimmt seine Aufgabe trotzdem sehr ernst und ist einfach als Mensch und Koch sehr angenehm.

Spannend wurde es dann noch mit dem Rezept des letzten Tages: ein kompliziertes Gericht, vom Moderator eingereicht, ja, das kennt man zirka eine Woche vorher. Ich hab's auch ausprobiert - mit eher mäßigem Ergebnis... War ich aufgeregt? Natürlich - als Betreiberin eines Blogs und einer Kolumne in einer Stadtzeitung will man sich natürlich nicht blamieren. Und schließlich schauen durchschnittlich zwei Millionen zu. Gott oh Gott.

Am Vorabend im Hotel weiß man ja noch nicht, wer seine Mitstreiter/-innen sind, das war so spannend. Es war warm, ich setzte mich noch auf die Terrasse und lernte dann aufegdreht wie ich war einen Kameramann kennen, der zu den Aufzeichnungen auch immer eingeflogen wird. Er hat eine der wenigen Spezialkameras mit denen man auch die kleinsten Schnippeleien filmen kann. Gut, dass ich meine Nägel noch gemacht hatte...



Am nächsten Morgen wurden wir um 10 Uhr abgeholt und lernten im Bus die anderen Kandidatinnen und Kandidaten kennen: auf den ersten Blick waren das allesamt sehr sympathische Menschen: die liebe Dagmar, die bezaubernde Leila und drei gestandene Männer: Alexander, Gottfried und Helmut. Im Studio wurden wir alle von Sabrina empfangen und bekamen unseren eigenen Aufenthaltsraum - mit Catering, Bar und allem drum und dran. Nice.

Bevor die Interviews vor der Aufzeichnung beginnen, wird man professionell geschminkt, die mitgebrachten Outfits werden aufgebügelt, man fühlt sich doch so ein bisschen wichtig (Spaß). Zirka eine halbe Stunden vor Beginn darf man schon mal in die Kulissen, bekommt seinen Platz zugewiesen und darf seine Zutaten kontrollieren, die vom Team eingekauft wurden. Dabei kann man  einen Ofen vorheizen und checken, wo welche Küchegeräte sind. Ich hatte nur meinem alten Spargelschäler dabei. Einige der Männer Messer und allerlei mehr. Das gab mir schon zu denken...

Irgendwann kam dann Mario zu uns, hat uns noch so einige Tipps vorab gegeben, und dann wurden wir wie die Schäfchen zur Schlachtbank vor den Eingang zum Studio begleitet. Das Publikum konnten wir schon hören, einer nach dem anderen ging durch die Tür, Kamera ab...

So, am kommenden Montag, den 19. Juni geht's los mit der ersten Ausstrahlung (ZDF, 14.15 Uhr oder anschließend in der Mediathek). Vielleicht könnt Ihr an den Bilderrätseln schon erkennen, was ich am ersten Tag gekocht habe... Hah. Und hier noch der Link zum einem netten Artikel in der Mittelbayerischen...

Foto: ZDF/Gunnar Nicolaus

Dienstag, 13. Juni 2017

Reise nach Süditalien - Tipps für Vieste in Apulien

Immer wenn der letzte Urlaub des Jahres vorbei ist, der Herbst und der Winter aufziehen, muss ich etwas Neues buchen, damit ich mich freuen kann. Und weil wir seit Jahren immer in Kroatien, beziehungsweise in Istrien waren, hatte ich eine gehörige Italien-Sehnsucht. In Ligurien waren wir schon öfters, in Rimini war ich als Kind und Jugendliche, diese Bettenburgen - das könnte ich heute nicht mehr, aber immer schon wollte ich mal in den Süden. Irgendwie hatte ich etwas im Kopf wie den Ort von "Der talentierte Mr. Ripley". Kennt ihr den Film? Mit Gwyneth Paltrow, Jude Law und einem fabelhaften Matt Damon, Regie führte übrigens der viel zu früh verstorbene Anthony Minghella ("Der englische Patient").

Ich mag es sehr, auf Booking.com auf der Karte über die Unterkünfte zu scrollen, dabei stieß ich auf das Hotel Seggio in Vieste. Das Städtchen liegt auf der Halbinsel Gargano, also am äußersten Zipfel des Stiefelsporns. Und war sofort Feuer und Flamme von den Bildern. Weit zu fahren ja, aber nach Bologna wollte ich seit dem Hit von Wanda auch schon seit langem, da könnte man ja für eine Nacht einkehren und dann weiterfahren. Gedacht, gebucht. Für sagenhafte 69 Euro zu dritt mit Frühstück fand ich ein Hotel nahe der Messe von Bologna. Leider sehr ab vom Schuss, das Zentrum war meilenweit entfernt, wir waren hundemüde von der regnerischen Stop-and-go-Fahrt vom Brenner bis weit hinter der Gardasee. Also Essen im Hotel und früh ins Bett. Bologna muss also warten, wir kommen wieder.



Und nach dem Frühstück ging es zack wieder auf die Autobahn, vorbei an Rimini, Riccione, Catolica, Ancona. Stunde um Stunde wurden die Autos weniger, dann die Abfahrt Richtung Ziel. Mein Mann noch "Ich brauch' doch keine 90 Minuten für 80 Kilometer", hah. Die Straßenwurden immer enger und gewundener, das Navi hatte mal wieder recht. Nur in Vieste war es ratlos und schickte und mitten in die Fußgängerzone. Der Rest verlor die Nerven, ein Einwohner winkte ab, kein Englisch, aber mit Händen und Füßen erklärte er uns doch ungefähr, wo das Hotel liegen müsste. Umkehren, dann endlich ein Schild, machte mich schwitzend zu Fuß auf den Weg durch die Gässchen. Erreiche einen kleinen Platz mit einer Bar, finde den Eingang nicht. Die freundliche Dame kann auch kein Englisch, aber ich versteh ihre Beschreibung. Die Tür geht auf, der Portier hat uns erwarte, sein "Kollege" (ist der Chef, wie sich später herausstellte) würde uns unten am Platz abholen und uns die Garage zeigen. Mit einem kleinen wendigen Töfftöff werden unsere Koffer nach oben transportiert. Endlich die Schlüssel, zweiter Stock: zwei hübsche ineinander gehende Zimmer, wunderbar, aber als ich die Tür zum Balkon öffne, bin ich da, wo ich immer hin wollte.



Ich war schon in vielen Hotels, aber das Seggio ist ein besonderes Juwel. Das ganze Städtchen ist zauberhaft. Der Chef ist ein Grandseigneur, ehemaliger Bauingenieur, der immer wieder Verbesserungen am Hotel vornimmt. Für Ruhesuchende ist der hauseigene Pool und der Privatstrand mit Sonnenliegen und Schirmen (ohne Aufpreis) ideal, kein Lärm, man ist absolut sicher. Eine Servicekraft kümmert sich den ganzen Tag, in einem kleinen Kiosk kann man Wasser kaufen, wie das Essen dort mittags ist, kann ich nicht beurteilen, es waren noch zu wenig Gäste da, deshalb war er noch nicht richtig in Betrieb.



Zum Essen kann man rings herum überall relativ gut und günstig einkehren, wir hatten nur Zimmer mit Frühstück, ein Stammgast, mit dem wir ins Gespräch kamen, erzählte uns aber, dass das Mittag- und Abendessen sensationell gut sein soll (das nächste Mal!). Zum Frühstück: ja, der Kaffee ist für italienische Verhältnisse wirklich nicht so ideal, aber alles andere ist von feinster Qualität: Gebäck, Eier, Brot, Marmeladen, frisches Obst, Säfte, hach, allein die Puddinghörnchen, mhhhh. Die Kellner sind charmant, witzig und sehr zuvorkommend. Zimmerreinigung perfekt, alles ist sehr sauber. Durch die dicken Mauern bleibt es kühl innen.



Wir mochten besonders diese Restaurants: Guarda che Luna und das Sapore di Mare, beide mit atemberaubendem Blick auf das Meer, die L'Osteria al Duomo (reservieren!) und die Bruschetteria al Faro mit Blick auf den Leuchtturm gegenüber. Abends kann man wunderbar bummeln, ein Spaziergang zum Hafen lohnt sich. Kurz - wenn es nicht so weite wäre, würden wir gleich wieder fahren. Und Ihr so? Habt Ihr Tipps, Urlaubspläne? Fragen?