Montag, 5. Oktober 2015

Glückliche Tiere - und Menschen: ein Besuch auf Gut Sonnenhausen und in den Hermannsdorfer Landwerkstätten

Schon die Einladungskarte war der Knaller: es gab zwei Ankreuzmöglichkeiten 1. Oh ja, ich nehme die Einladung gerne an und 2. Sorry, ich habe ein Abendessen mit Angela Merkel, schaff's leider nicht... Da ich kein Abendessen mit der Kanzlerin hatte, bin ich gerne zum Gut Sonnenhausen, 30 Kilometer südöstlich von München gelegen, gefahren. Anlass für die Feier vergangenen Montag was das Erscheinen des zweiten Sonnenhausen-Journals, die Vorstellung der neuen Kultursaison durch Kuratorin und Sängerin Stefanie Boltz. und die Vorstellung des Kochstalls, der am 23.10. offiziell eröffnet werden wird.








In dem zertifizierten Bio-Hotel kann man ansonsten tagen und am Wochenende Feste feiern. Erworben hat es in den 80ern Ökopionier Karl Ludwig Schweisfurth, Vater des jetzigen Hausherrn Georg Schweisfurth. Metzgerssohn Karl Ludwig war zunächst Praktikant in den großen Schlachthöfen in den USA, seine Erfahrungen setzte er in der Industrialisierung der heimischen Fleischverarbeitung um. Aus einem kleinen Familienbetrieb heraus schuf er das größte fleischverarbeitende Unternehmen Europas: Herta (heute zum Nestlé-Konzern gehörend). 25.000 Schweine und 5.000 Rinder wurden damals wöchentlich verarbeitet.
1984 verkaufte er den Betrieb an den Nestlé-Konzern und begann von Gut Sonnenhausen aus, auf dem Gut Herrmannsdorf bei Glonn, Schweine nach den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft zu halten und zu züchten. Aus dieser Zeit stammt sein Zitat: „Mir war schlagartig klar, dass Fleisch von derart gequälten Tieren keine lebensfördernde Nahrung für uns Menschen sein kann.“
Die daraus entstandenen Herrmannsdorfer Landwerkstätten mit Stallungen, Hofladen, Biergarten und Gasthof gelten heute als Pionierbetrieb der natürlichen, artgerechten und nachhaltigen Lebensmittelherstellung im großen Maßstab, sie verbinden einen voll-biologischen Betrieb  mit dem Ziel der Wirtschaftlichkeit und ideellem/künstlerischem Anspruch (zahlreiche Kunstwerke im und um den Hof, regelmäßige Hofmärkte mit künstlerischem Begleitprogramm). 2008 wurden die Herrmannsdorfer Landwerkstätten mit dem Bio-Handelspreis, einer „Selly“ ausgezeichnet. Der Betrieb wird mittlerweile von seinem Sohn Karl Schweisfurth geleitet, Karls Zwillingsbruder Georg gehört zu den Gründern der Basic AG.


Es war ein schöner, stimmungsvoller Abend mit einem herzlichen Gastgeber. Zusammen mit Hotelchefin Maren Reisser stellte Georg Schweisfurth das neue Journal vor, Stefanie Boltz gab zusammen mit ihrem Duopartner Sven Faller von Le Bang Bang am Bass und dem Gitarristen Andreas Dombert ein kleines Live-Konzert. Als Kuratorin des Kulturprogramms stellte sie die neuen Highlights vor.


Eine besondere Überraschung gab's zum Schluss: der neue Kochstall wurde vorgestellt undauch gleich mit einem Showkochen eingeweiht. Meine Bilder zeigen die Variation vom Ochsenschwanz. Mmh, war lecker...




Am nächsten Tag besuchte ich dann natürlich noch die glücklichen Schweinchen in Hermannsdorf, allerliebst. Die Produkte der Herrmannsdorfer Landwerkstätten gibt es übrigens auch in Geschäften in München und Biomärkten in Süddeutschland. Wohl bekomm's...






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