Montag, 11. Juli 2016

Erfahrungen bei Shopping Queen Teil 4: der erste Morgen, erstes Beschnuppern

Montag, 7.30 Uhr. Ich habe schlecht geschlafen natürlich, schon das Pausenbrot erledigt, Kind geht zur Schule. Ich wasche mir ganz schnell die Haare, schminke mich und zieh‘ mir mein natürlich lange vorher überlegtes Outfit an. Übertreibe es ein bisschen mit der Kette (wird später Thema sein), aber der erste Eindruck zählt oder? Rufe pünktlich die Handynummer an, die mir am Sonntag überreicht wurde, der zuständige Mitarbeiter ist aber noch unterwegs zum ersten Drehort. Warten. Während der ganzen folgenden Woche muss man sich oft in Geduld üben. Dann der Rückruf, ich darf los stiefeln. 

 
Als Erstes werde ich von zwei netten jungen Damen verkabelt. Meine Kette stört, ich muss sie kürzer machen. Darum sieht sie dann so unbequem aus, Guido ;-) Was für ein Aufwand: Es gibt immer drei Kamerateams: eins in der Wohnung der jeweiligen Kandidatin, das später auch mit zum Shoppen fährt, eines das morgens die anderen bei der Ankunft filmt, Pause macht, später wieder beim Laufsteg weiter arbeitet und ein drittes, das bei den anderen Mädels in der Wohnung bleibt. Einer der Realisatoren, den ich am Sonntag schon kennen gelernt habe, begrüßt mich herzlich, wartet, bis alle fertig sind. Und dann geht’s los: die Ankunft wird gefilmt, nicht nur einmal, nein mindestens viermal… (Ich weiß, ich bin ja schon still), bereue es, dass ich mit den High Heels über’s Kopfsteinpflaster stapfen muss, außerdem ist das Mikro an der Jacke, der Tag wird heiß, und ich werde sie nicht ausziehen können.



Dann wird mir eine Schachtel überreicht, in der ein großes Stück Käse liegt. Ein Hinweis zur ersten Kandidatin. Was könnte das bedeuten, sag‘ doch mal. Mmh, ist sie Holländerin? Arbeitet sie in einer Käserei? Mmh… Fragen über Fragen. Anschließend wird das Klingeln an der Tür gefilmt, nochmal und nochmal, ich gehe rein ins Haus… Spannung - aber jetzt kann ich erst mal wieder nach Hause gehen, denn jetzt werden die Ankünfte der anderen Damen gefilmt. Umpf, was mache ich jetzt zu Hause? Tigere rum und werden immer nervöser. Zappe ein bisschen im Vormittagsprogramm, die Wohnung ist ja schon aufgeräumt. Hah.

Der Anruf kommt, ich darf wieder los. Dieses Mal wird jede in einer anderen Ecke des Hausflurs versteckt, damit wir uns wirklich erst oben bei der ersten Kandidatin auf der Couch sehen. Die Spannung steigt nochmals, höre eine andere Mitstreiterin rechts von mir um die Ecke schnaufen… Die darf als Erste. Ach ja, es wird uns noch genau erklärt, wie das Zimmer aussieht und wo wir uns hinsetzen sollen. Vielleicht wäre dann das Chaos zu groß? Ok. Endlich endlich darf ich die Treppen erklimmen, ich klingle, die Tür geht auf, und eine wunderhübsche junge Frau öffnet sie. Begrüßung, ich geh‘ rein und sehe das erste Mal S., aber nicht so richtig, denn ich platze fast vor Nervosität und sag‘ erst Mal gar nichts. Als nächstes kommt B., dann E. Auf den ersten Blick alles ganz normale Frauen, ich bin die Ältestes… Naja.

Konzentrierte Arbeitsatmosphäre, jede muss sich ganz kurz mit Namen und Alter vorstellen, Sekt wird eingegossen (ist ja schon 12 inzwischen…), wir prosten uns zu, spekulieren über das Motto, Bikini wäre der Horror, für mich Skinny Jeans und Schuhe. Für E. auch, sie hat Größe 42… Film ab: Guido verkündet das Motto, das ich mir gleich aufschreiben muss: „Happy Feet. Bringe deine neuen Sommerschuhe mit perfekt lackierten Nägeln ganz groß raus.“ Oh Gott…. Nein… Zwei freuen sich, die anderen naja. Er empfiehlt auch noch, zur Pediküre zu gehen. Dann marschiert V mit ihrer Shoppingbegleitung los und wir bleiben etwas bedröppelt zurück.

Was man dann so macht in den Wohnungen, wie mein Tag war und vieles mehr – bleibt dran!

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