Freitag, 15. Juli 2016

Erfahrungen bei Shopping Queen Teil 5: nachmittags zu Haus und Beurteilen am Laufsteg

So, ich habe beschlossen, dass dies der vorletzte Teil dieser Saga wird, mir wird’s selber schon langweilig. ;-) Jeder Tag läuft nun ungefähr gleich ab: die Shopperin geht shoppen, und wir werden zu Hause interviewt, dürfen in Kleider- und Schuhschränke schauen und kommentieren, was wir davon halten, was davon zum Motto passen würde etc.



Warum macht man das? Mmh, darüber habe ich viel nachgedacht, vielleicht, um die Kandidatin noch ein bisschen besser kennenzulernen? Wer schaut schon nicht gern in fremde Wohnung und interessiert sich nicht dafür, wie jemand anderer lebt? Passend zur jeweiligen Dame denkt man sich noch kleine Aktionen aus, die dann möglichst witzig geschnitten werden. Am Tag 1 bekamen wir eine Brauerei-Führung, die Dienstagskandidatin hatte ein tolles Buffet aufgebaut, ließ uns Weißwürste servieren von einer wunderbaren Frau im Dirndl, und ein Musiker in Lederhose kam auch noch zu Besuch. Am dritten Tag haben wir gezaubert, und bei mir zu Hause haben die Mädels auf unseren Instrumenten brilliert und in meinen Sachen und Perücken Kabarett aufgeführt. Am Freitag kam eine Bauchtänzerin und wir durften Raki probieren.




Wie schon mal gesagt: mitgefangen mitgehangen… Man kann übrigens bestimmte Bereiche seiner Wohnung ganz einfach zur Tabuzone erklären, da wird dann nicht gefilmt. Das Team braucht Platz für die Ausrüstung, das sollte man auch bedenken. Ich fand und finde es gar nicht eklig oder unverschämt, wenn man sich in den Kleiderschränken der anderen umschaut oder mal eine Aktion auf der Bettdecke macht, das gehört einfach dazu. Eher schwierig war für mich das viele Warten zwischen den Aktionen und Interviews, denn man agiert meistens zu zweit, die beiden anderen halten sich währenddessen in einem anderen Zimmer auf. Bis Freitag kann sich die Stimmung schon etwas aufheizen, schließlich verbringt man mit vier völlig fremden Frauen vier Tage lang bis zu zehn Stunden zusammen…

„Was wird sie anhaben? Wie werden ihre Schuhe aussehen? Trägt sie Schmuck? Wie werden ihre Haare und das Makeup sein?“ Diese Fragen wird man während dieser Tage immer und immer wieder beantworten: in Zweierinterviews, vor dem Laufsteg und und und… Von dem, was man wirklich geantwortet hat, wird ein Zwanzigstel wirklich gesendet. Aber man braucht Material, klar.




Irgendwann ist es dann auch gut, die Shopperin ist fertig, sie geht mit dem Kamerateam zum Essen, wir mit dem Rest der Mannschaft. Urlaub mit Vollpension, hat es mal einer im Netz genannt. Naja. J Und dann geht’s endlich zum Laufsteg. Der besteht aus mobilen Teilen, die in einem angemieteten großen Raum aufgestellt werden, auch die berühmten Stühle und alles, was man so im Fernsehen sieht. Wir machen gleich mal viele viele Handyfotos… Bevor die Kandidatin dann ihren Walk beginnt, werden wir nochmals befragt - ach, sorry, sagte ich ja weiter oben schon. Die Heldin des Tages darf übrigens vorher proben, bekommt gesagt, wie sie wohin gehen und schließlich stehen bleiben soll. Spannung steigt… Ein Fuß erscheint und wir klatschen wie die Wilden. Dreimal geht die Dame jetzt den Laufsteg hin und zurück, bleibt stehen, und wir müssen möglichst viel reden und kritisieren. Dann ist aber noch lange nicht Schluss, die Kandidatin muss wegen der Schnittbilder noch gefühlte zehnmal hin und her laufen und wir dazu applaudieren, mir taten oft meine Hände weh.

Das Schlimmste war für mich dann die Punktevergabe, die solo gefilmt wird, samt kurzer Begründung. Jede gibt sich Mühe, jede hat das ein oder andere Handicap zu bewältigen, irgendwas ist immer, aber im Laufe der Woche wird man doch kritischer, schaut genauer hin… Egal, schwierig blieb es trotzdem. So, es werden doch sieben Teile, ich kann net mehr…

Bald: wie es so ist beim Shoppen, „Unser Tag“…

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