Montag, 18. Juli 2016

Teil 6: Mein Tag bei Shopping Queen - 4 Stunden sind 4 Stunden sind nicht 4 Stunden...

So, und dann brach endlich mein Tag an, es war der Donnerstag. Schlecht geschlafen hab' ich nicht, aber nicht wirklich viel. Träumte von Sommerschuhen, im Ernst. Viele verschiedene Modelle flogen am Himmerl vorbei, und ich konnte sie nicht fangen... Der Tag ist durchorganisiert, denn ich will nicht, dass Hund und Kind das Team stören, ist eh alles anstrengend genug... Meine Shopping-Begleitung ist, wie im ersten Teil schon erwähnt, mein Mann. Er kennt mich am besten, weiß, was mir steht, hat mich in der ganzen Zeit vorher so unterstützt, ich freu' mich auf den Tag mit ihm... Während ich dusche, holt er schon mal die vorbestellten Butterbrezeln und Wiener Würstchen ab. Das Team ist immer sehr hungrig und dankbar, wenn es nicht nur ein Stück von einer Torte abbekommt. Verständlich, vom Frühstück im Hotel bis abends beim Essen, das ist eine lange Zeit.



Foto: Vox / Constantin Ent.

Was zieh’ ich an zum Shoppen? Was Bequemes, klar: Hose, T-Shirt, Sneaker, mit denen ich gut laufen kann. Stylen kommt später. Um 8.30 Uhr kommt das Team, da an meinem Tag auch noch das so genannte 5er-Bild gedreht wird, am Donaukanal... Ok, dann ziehen wir mal erst durch die Wohnung, ich zeige dem Realisator meinen Kleiderschrank, meine Perücken... Die Idee kommt auf, dass Bernhard in Heino-Perücke die Tür aufmacht. Außerdem sollen wir wieder singen, na gut. Mein Wohnzimmer wird auch noch umgestellt, die Sofas gegenüber, das geht nicht. Dann geht's los mit dem Drehen: Begrüßung, wir singen. Ich führe das Team durch meine Wohnung, wir landen am Kleiderschrank. Das ist übrigens nur einer meiner zwei, den anderen sieht man nicht. Mehr Schuhe hab ich auch, viel mehr...

Zeige meine Lieblingskleider, versehen mit kleinen Anekdoten, es soll persönlich und emotional sein. Das gelingt mir ganz gut, denke ich. Führe eines meiner Lieblingskleider samt Schuhen vor, läuft. Danach seh' ich die Mädels schon für den 5er-Dreh. Wir marschieren Arm in Arm am Kanal entlang, nicht einmal, nein, ich hör schon auf ;-)

Zurück in die Wohnung, die Mädels kommen, Bussi Bussi, auf's Sofa setzen, Sekt öffnen, trinken, Bernhard rufen... Wir singen ein Ständchen, klären auf, dass wie Musikkabarett machen, verabschieden uns... Mich zerreißt es langsam... Haben wir alles, was wir brauchen? Ok, es wird ernst, runter die Treppen, und da steht er: der Shopping-Bus. Zirka 10 Minuten, bevor wir los fahren, bekomme ich eine Liste mit meinen Läden, die ich anfahren darf. Vor Aufregung erkenne ich kaum etwas, sehe aber Salamander, Gott sei Dank, die führen meine Schuhmarke, die mir passt. Hab' nämlich echte Problemfüße, die auch noch breit sind und in die wenigsten gängigen Marken passen. Uff...

Wir steigen ein, sprechen über meine Pläne, reden und reden, die Fahrt dauert etwa 20 Minuten, weil es keinen direkten Weg in die Innenstadt gibt. Aussteigen, wieder einsteigen, wieder aussteigen... Magischerweise sehe ich von außen schon einen schwarzen Schuh, der mir gefällt. Braun mit Plateau und Fransen und Metallictöne hatten wir schon, also will ich Schwarze oder Weiße. Und vor allem welche, die ich auch im wirklichen Leben noch gut anziehen kann. Die nette Verkäuferin bringt meine Größe, passen super... Stolzieren vor der Kamera, Schnittbilder, 20 Minuten vergehen wie nix. Mir wird ans Herz gelegt, noch zwei andere Paare in Betracht zu ziehen, sonst könnte es zu langweilig für die Zuschauer sein, klar. Wird später im Schnitt nicht zu sehen sein, frisst aber weitere 10 Minuten kostbare Zeit. Ich sehe eine Tasche, eine andere, 10 Minuten. Wir zahlen, die Tasche ist zu teuer. Noch laufen wir nicht, alles cool. Aber die erste Stunde (!) ist vorbei.

Weiter geht's zu Fuß zu einem Laden, in dem es bunte Kleider gibt, ich will ein Kleid, alle anderen waren in Hose. War vorher genau einmal da drin, aber was soll's. Die Chefin ist persönlich da, alle werden übrigens immer vom Team "vorgewarnt", dass wir kommen, und ist nervöser als ich. Sie zeigt mir sofort ein Kleid nach dem anderen, was wiederum schlecht für die Zeit ist, da von allen Aufnahmen gemacht werden müssen. Zeit rennt, ich würde gern zehn Kleider probieren, aber ich weiß, dass der Friseur sicher 45 Minuten brauchen wird, danach müssen wir mit dem Bus zur Pediküre in einen anderen Stadtteil fahren, es wird also verdammt eng. Billigschmuck-Laden habe ich auch nicht auf der Liste, also kaufe ich kurzerhand alles in dem Laden: eine buntes Kleid, das nicht optimal zu den Schuhen passt, aber Schwarz im Muster hat, eine Tasche, die so gar nicht meins ist und die ich später meine Mama schenke, und ein Armkettchen, dessen Farbe dann nicht zu Nagellack passen wird, was mir aber in dem ganzen Stress nicht auffällt.



Zum Friseur laufen wir schon, sehr entspannend, da zu sitzen, und mir haben die Haare und das Makeup super gefallen, Guido nicht. Kam aber auch in den Regen damit. Laufen zum Bus, der in den engen Gassen nicht halten kann. Für Fuß- und Fingernägel bleiben noch 20 Minuten am Schluss, gut, dass ich sowieso die Woche vorher bei der Fußpflege war. Wir zählen die Sekunden runter. Aus vorbei.

Also, urteilt bitte nicht so streng, die Zeit wird NICHT angehalten für Schnittbilder etc., dachte auch früher, wie kann man in 4 Stunden kein Outfit finden, man muss schnell entschlossen sein, es sind keine echten 4 Stunden...

Kommt wieder und lest, wie es dann war, den einzigen wahren Guido zu treffen: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

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