Freitag, 27. Januar 2017

Winterlich-wärmendes Süßkartoffel-Lauch-Süppchen - ein Rezept

Im Moment ist es wirklich schwierig mit dem regionalen Gemüse oder gar dem Wochenmarkt, deshalb habe ich diese wirklich simple und doch sehr schmackhafte Suppenrezept ausprobiert und etwas verfeinert. Kleine Warenkunde zum Thema Süßkartoffel vorab:


In den USA fehlen sie beim Thanksgiving-Dinner als Beilage nie und in vielen tropischen und subtropischen Ländern sind sie ein Grundnahrungsmittel: die Bataten oder Süßkartoffeln. Sie werden ähnlich wie Kartoffeln zubereitet, sind aber nicht verwandt und schmecken überraschend süß, da sie einen hohen Zuckergehalt haben. Trotzdem sind die länglichen Knollen sehr gesund, denn sie enthalten wenig Kalorien, sind fettarm und mineralstoff- und vitaminreich. Nur die orangefleischigen Vertreter enthalten das gesundheitsfördernde Provitamin Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A, es wirkt zellschützend und stärkt unsere Abwehrkräfte. Kein anderes fettarmes Nahrungsmittel liefert außerdem so viel fettlösliches Vitamin E: 100 Gramm Batate decken ein Drittel des Tagesbedarfs. Es schützt die Zellen und verhindert, dass Fettsäuren und andere fettlösliche Vitamine in unserem Körper zu schnell altern. Das reichlich vorhandene Kalium regelt den Flüssigkeitshaushalt im Körper, schwemmt überschüssiges Wasser aus und kann einen erhöhten Blutdruck senken.






Lauch, auch Porree genannt, enthält ebenfalls viele Vitamine und Mineralstoffe, etwa Vitamin C und K sowie Folsäure, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Mangan. Dem Zwiebelgewächs werden außerdem heilende Wirkungen zugeschrieben, er soll beim Entgiften und Entschlacken helfen. Wer mag, brät mit dem Lauch auch noch ein paar Scheibchen Ingwer mit an, was dem Ganzen die Krone aufsetzt, dann wird das Süppchen zu einer Power-Entschlackungs-Gesundheitsbombe, die man auch gut während Detox-Tagen einsetzen kann. Der Zitronensaft ist hier Würzmittel, das die Süße der Bataten etwas abfängt, muss aber auch nicht unbedingt sein.




Das braucht man (für 4 Personen):


- 2 mittlere Stangen Lauch

- 1 große oder 2 kleine Süßkartoffeln

- Öl zum Anbraten

- 800 ml Brühe

- Meersalz, Pfeffer und Zitronensaft zum Abschmecken



Und so geht’s:


- Lauch in Scheiben schneiden und gut waschen

- Süßkartoffeln schälen und in grobe Stücke schneiden

- Das Öl in einem Topf erhitzen und die Lauchstücke darin 5 Minuten weich schwitzen

- Die Süßkartoffeln dazu geben und mit anbraten, mit der Brühe ablöschen und 20 Minuten köcheln lassen

- Den Topf vom Herd nehmen, alles etwas abkühlen lassen, mit einem Mixstab pürieren

- Wieder auf den Herd stellen und aufkochen lassen. Falls die Suppe zu dick ist, mit Wasser auffüllen, mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken


Bon appétit!

Donnerstag, 26. Januar 2017

Bücher, Bücher, Bücher: Geister, Die trinkende Frau und Schneeschippen in Kanada

Ich mag Bücher, die mindestens 600 Seiten haben, sonst bin ich so schnell durch und traurig, dass sie vorbei sind. Dieses hat 864 Seiten, und sogar ich hatte über eine Woche großen Spaß damit. Obwohl die Geschichte eigentlich gar nicht spaßig ist. In Nathan Hills Roman "Geister" (Piper) geht es nämlich um eine Mutter, die ihren elfjährigen Sohn und die Familie verlässt. Ein Jahr bereitet sie ihren "Ausstieg" vor, zweigt ein paar Bilder, Bücher und ein bisschen Geschirr ab, und eines Morgens sagt sie ihrem Sohn adieu. 

Samuel muss vorher schon immer viel weinen, er freundet sich mit dem reichen Zwillingen Bishop und Bethany an, Letztere wird die große (unerfüllte) Liebe seines Lebens. Jahre später lebt Samuel als Unidozent in Chicago, als er erfährt, dass seine Mutter einen Senator und Präsidentschaftskandidaten der Republikaner mir Kieselsteinen beworfen und in allen Nachrichtenkanälen zu sehen ist. Da er seinen Buchvertrag samt großem Vorschuss, den er nach der Veröffentlichung einer einzigen guten Kurzgeschichte erhalten hatte, nie eingehalten hat, geht er einen Handel mit dem Verlagsvertreter ein: Er soll die Geschichte seiner Mutter erzählen.

Nebenbei handelt er sich noch großen Ärger mit einer Studentin ein, die er für nicht besonders intelligent erklärt, spielt an der Uni exzessiv und unerlaubt ein Computerspiel, über das er einen Spielsüchtigen kennenlernt, der ihm widerum hilft, mehr über die Vergangenheit seiner Mutter zu erfahren... Das sind nur ein paar Handlungsstränge dieses großartigen Romans voller Geister und Politik, schrecklich, herzzerreißend und aktuell. Lesen!


Ein Buch, das ich zu Weihnachten mehrfach verschenkt habe, ist "Die trinkende Frau" der ZEIT-Kolumnistin Elisabeth Raether (Piper). Wunderschön ausgestattet, ist es schreiend komisch und bringt einen immer wieder laut zum Lachen. Raether versteht es, launig, pointiert und sinnlich zu schreiben, wie es wenige ihre Fachs noch können. Ein bisschen wie Dorothy Parker für Freizeitalkoholikerinnen. Einfach herrlich.












Und wenn einen wieder mal das Fernweh packt und der Alltag gehörig auf die Nerven geht, sollte man sich Alexander Langers Buch "Schneeschippen in Kanada - in 15 Jobs bis ans Ende der Welt" (Heyne) zu Gemüte führen. Langer (Mitte 30) war unter anderem Golfplatzwächter, Tretbootverleiher, Statist, Animateur und Besitzer einer Bar in Seoul. Und was er dabei so alles erlebt hat, ist teilweise irrwitzig, komisch und auch ein bisschen beängstigend. Wer so viel Mut hat und Jazz-Bassist wird, ohne Bass spielen zu können, der kann sich auch aus den schlimmsten Situationen herauslavieren. Da bleib ich Angsthase lieber in meinem warmen Büro und lese. Yeah...