Dienstag, 13. Juni 2017

Reise nach Süditalien - Tipps für Vieste in Apulien

Immer wenn der letzte Urlaub des Jahres vorbei ist, der Herbst und der Winter aufziehen, muss ich etwas Neues buchen, damit ich mich freuen kann. Und weil wir seit Jahren immer in Kroatien, beziehungsweise in Istrien waren, hatte ich eine gehörige Italien-Sehnsucht. In Ligurien waren wir schon öfters, in Rimini war ich als Kind und Jugendliche, diese Bettenburgen - das könnte ich heute nicht mehr, aber immer schon wollte ich mal in den Süden. Irgendwie hatte ich etwas im Kopf wie den Ort von "Der talentierte Mr. Ripley". Kennt ihr den Film? Mit Gwyneth Paltrow, Jude Law und einem fabelhaften Matt Damon, Regie führte übrigens der viel zu früh verstorbene Anthony Minghella ("Der englische Patient").

Ich mag es sehr, auf Booking.com auf der Karte über die Unterkünfte zu scrollen, dabei stieß ich auf das Hotel Seggio in Vieste. Das Städtchen liegt auf der Halbinsel Gargano, also am äußersten Zipfel des Stiefelsporns. Und war sofort Feuer und Flamme von den Bildern. Weit zu fahren ja, aber nach Bologna wollte ich seit dem Hit von Wanda auch schon seit langem, da könnte man ja für eine Nacht einkehren und dann weiterfahren. Gedacht, gebucht. Für sagenhafte 69 Euro zu dritt mit Frühstück fand ich ein Hotel nahe der Messe von Bologna. Leider sehr ab vom Schuss, das Zentrum war meilenweit entfernt, wir waren hundemüde von der regnerischen Stop-and-go-Fahrt vom Brenner bis weit hinter der Gardasee. Also Essen im Hotel und früh ins Bett. Bologna muss also warten, wir kommen wieder.



Und nach dem Frühstück ging es zack wieder auf die Autobahn, vorbei an Rimini, Riccione, Catolica, Ancona. Stunde um Stunde wurden die Autos weniger, dann die Abfahrt Richtung Ziel. Mein Mann noch "Ich brauch' doch keine 90 Minuten für 80 Kilometer", hah. Die Straßenwurden immer enger und gewundener, das Navi hatte mal wieder recht. Nur in Vieste war es ratlos und schickte und mitten in die Fußgängerzone. Der Rest verlor die Nerven, ein Einwohner winkte ab, kein Englisch, aber mit Händen und Füßen erklärte er uns doch ungefähr, wo das Hotel liegen müsste. Umkehren, dann endlich ein Schild, machte mich schwitzend zu Fuß auf den Weg durch die Gässchen. Erreiche einen kleinen Platz mit einer Bar, finde den Eingang nicht. Die freundliche Dame kann auch kein Englisch, aber ich versteh ihre Beschreibung. Die Tür geht auf, der Portier hat uns erwarte, sein "Kollege" (ist der Chef, wie sich später herausstellte) würde uns unten am Platz abholen und uns die Garage zeigen. Mit einem kleinen wendigen Töfftöff werden unsere Koffer nach oben transportiert. Endlich die Schlüssel, zweiter Stock: zwei hübsche ineinander gehende Zimmer, wunderbar, aber als ich die Tür zum Balkon öffne, bin ich da, wo ich immer hin wollte.



Ich war schon in vielen Hotels, aber das Seggio ist ein besonderes Juwel. Das ganze Städtchen ist zauberhaft. Der Chef ist ein Grandseigneur, ehemaliger Bauingenieur, der immer wieder Verbesserungen am Hotel vornimmt. Für Ruhesuchende ist der hauseigene Pool und der Privatstrand mit Sonnenliegen und Schirmen (ohne Aufpreis) ideal, kein Lärm, man ist absolut sicher. Eine Servicekraft kümmert sich den ganzen Tag, in einem kleinen Kiosk kann man Wasser kaufen, wie das Essen dort mittags ist, kann ich nicht beurteilen, es waren noch zu wenig Gäste da, deshalb war er noch nicht richtig in Betrieb.



Zum Essen kann man rings herum überall relativ gut und günstig einkehren, wir hatten nur Zimmer mit Frühstück, ein Stammgast, mit dem wir ins Gespräch kamen, erzählte uns aber, dass das Mittag- und Abendessen sensationell gut sein soll (das nächste Mal!). Zum Frühstück: ja, der Kaffee ist für italienische Verhältnisse wirklich nicht so ideal, aber alles andere ist von feinster Qualität: Gebäck, Eier, Brot, Marmeladen, frisches Obst, Säfte, hach, allein die Puddinghörnchen, mhhhh. Die Kellner sind charmant, witzig und sehr zuvorkommend. Zimmerreinigung perfekt, alles ist sehr sauber. Durch die dicken Mauern bleibt es kühl innen.



Wir mochten besonders diese Restaurants: Guarda che Luna und das Sapore di Mare, beide mit atemberaubendem Blick auf das Meer, die L'Osteria al Duomo (reservieren!) und die Bruschetteria al Faro mit Blick auf den Leuchtturm gegenüber. Abends kann man wunderbar bummeln, ein Spaziergang zum Hafen lohnt sich. Kurz - wenn es nicht so weite wäre, würden wir gleich wieder fahren. Und Ihr so? Habt Ihr Tipps, Urlaubspläne? Fragen?


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